[FUDDER] Beim „Checkpoint“ gibt’s Beratung rund um die sexuelle Gesundheit

Checkpoint Freiburg

Ein niederschwelliges Angebot, das viele Zielgruppen erreicht: Das will der „Checkpoint“ der Aids-Hilfe Freiburg sein. Die Termine sind begehrt – denn bei Fachärzten sind die Wartezeiten länger.

Wie geht es dir eigentlich mit deiner Sexualität? Eine Frage für die beim Frauenarzt oder beim Urologen oft zu wenig Zeit bleibt. Was sind die Unterschiede zwischen Syphilis, Chlamydien oder Tripper? Die Antworten auf Fragen zu sexuell übertragbaren Krankheiten (STI) sollten vor allem Hautärzte kennen. Doch gerade in Freiburg ist es schwierig, zeitnah einen Termin zu bekommen.

Anlaufstelle rund um die sexuelle GesundheitSeit 2009 versucht der Checkpoint der Aidshilfe

Freiburg Diagnostik und Prävention von sexuell übertragbaren Krankheiten zu verknüpfen. Im Januar 2019 erhielt der Checkpoint vom Ministerium für Soziales und Integration eine dreijährige Förderung als Modellprojekt und wird von der Uniklinik Freiburg wissenschaftlich begleitet. Dem Checkpoint Plus ist nun eine Zweigpraxis angehängt, in die Menschen bei Erkrankungen weiterverwiesen werden können.

Stefan Zimmermann, Projektkoordinator des Checkpoints, berichtet von massenhaften Anfragen: „Für die Terminsprechstunden in zwei Wochen haben wir jetzt schon keine freien Termine mehr.“ Beantwortet werden Fragen etwa zu ersten sexuellen Erfahrungen, Beziehungskonstellationen oder Präexpositionsprophylaxe (PrEP) zur Vorbeugung einer HIV-Infektion.

Seit diesem Jahr werden Ratsuchende auf alle sexuell übertragbaren Krankheiten und Hepatitis-Impfungen getestet und machen einen HIV-Test.

Es sind nicht nur junge Menschen, die sich an den Checkpoint wenden: „Wir erreichen die richtigen Zielgruppen, weil der Checkpoint sehr niederschwellig funktioniert und die Menschen keinen Namen oder sonstige persönliche Daten angeben müssen.“, erklärt Zimmermann. Mit Hilfe von Dolmetschenden können auch Menschen mit Migrationshintergrund beraten werden. Außerdem bietet der Checkpoint eine Beratung für Sexarbeitende an.

Das Ziel des Modellprojektes, das zeitgleich auch in Berlin erprobt wird, ist es nachweisen, dass die Nachfrage nach sexueller Beratung sehr hoch ist. Im Jahr 2019 gab es im Checkpoint Plus 670 Test- und Testberatungen.

Versorgung von PrEP-Nutzern

Circa 120 PrEP-User und zwei HIV-positive Tests wurden betreut. „Krankenkassen greifen oft erst bei Symptomen“, so Zimmermann. Die meisten Menschen wüssten nichts von drohenden Gefahren, und es sei zuallererst Aufklärungsarbeit nötig. Gerade im Zusammenhang mit HIV bauten die Mitarbeitenden oft Stigma und Diskriminierungen ab, erzählt Zimmermann. Im Checkpoint arbeiten 30 ehrenamtliche Helfer, die einen Beratungskurs der Deutschen Aidshilfe sowie ein Training im Checkpoint selbst absolviert haben. Fünf Mitarbeitende sind hauptamtlich tätig.

Ulrike Hoffmeister, Geschäftsführerin der AIDS-Hilfe Freiburg, erzählt, dass neben der Förderung des Projektes auch Eigenmittel aufgebracht werden müssen und der Checkpoint auf Spenden hingewiesen sei. „Wir freuen uns, dass wir für die Dauer des Modellprojektes die Wilhelm-Giesin Stiftung gewinnen konnten, die unser Projekt mit insgesamt 30 000 Euro unterstützt“, so Hoffmeister.

www.checkpoint-freiburg.de

Quelle: http://fudder.de/beim-checkpoint-der-aids-hilfe-freiburg-gibt-s-beratung-rund-um-die-sexuelle-gesundheit