fudder-Interview: Was die Queere- und Klimabewegung miteinander verbindet

Die Klimabewegung bekommt Zulauf: Freiburgs queere Community will Ende November bei Fridays for Future mitstreiken. In einem Vortrag am Donnerstag erklärt Alexandra Spitznagel was die Queere- und die Klimabewegung verbindet.

Alexandra, was wird Thema deines Vortrags sein?

Bei diesem Vortrag geht es um die Gemeinsamkeiten der Queeren- und der Klimabewegung und so viel vorweg: Das sind mehr als man auf den ersten Blick denken mag. Es ist mir bereits vor einiger Zeit aufgefallen, dass es bei bei Fridays for Future zwar immer mehr Untergruppen, wie zum Beispiel Scientists for Future, gibt und obwohl man bei jeder Demonstration immer wieder Regenbogenfarben sieht, gab es bis jetzt keine wirklich organisierte Gruppe aus dem queeren Sektor. Dabei betrifft es uns alle, und die Queercommunity sogar überproportional. Gerade Menschen, die obdachlos sind, gesellschaftliche Ausgrenzung erfahren und keine Mittel haben, um sich richtig zu schützen, wird es am stärksten treffen. Die durchschnittliche Jugendobdachlosigkeit in den USA liegt beispielsweise bei etwa 7 Prozent. Bei Jugendlichen hingegen, die sich der LBGT-Community zugehörig fühlen, bei insgesamt über 40 Prozent. Deshalb können wir uns nicht weiter einfach nur daneben stellen, sondern müssen uns wirklich an die Seite von Fridays for Future stellen. In dem Vortag wird es also essentiell um diese Thematik gehen, allerdings auch um die positiven Aspekte, die die Queer-Community für Fridays for Future und die gesamte Klimagerechtigkeitsbewegung mitbringen können.

Wie ist die Verbindung vom Klimaaktivismus und Queercommunity?

Die Folgen des Klimawandels treffen die Queercommunity überproportional. Auch wenn das nicht der Fall wäre – wir haben nur diesen einen Planeten und das geht uns alle an. Es gibt diesen bekannten Slogan: „There is no pride on a dead planet.“ Unter diesem Motto wird es am 29. November, wenn in Freiburg wieder eine Großdemonstration fürs Klima stattfinden wird, dann ganz offiziell auch einen Queer-Block geben. Damit man bunt ist, Farbe zeigt, und man klar macht: Wir sind Teil dieses Kampfes. Die Menschen dieser Community müssen tagtäglich für ihre Rechte kämpfen. Und mit diesem Menschen an ihrer Seite hat die Klimagerechtigkeitsbewegung einen neuen starken Arm bekommen, der sich einsetzen wird und der dieser Bewegung nur etwas Positives mitbringen kann.

An welches Publikum richtet sich diese Veranstaltung?

Ganz klar an alle. Wir hatten am Anfang die Befürchtung bei dem Titel „Queer Climate Justice“, dass sich Menschen, die nicht diesem queeren Spektrum oder der Klimagerechtigkeitsbewegung angehören, fragen, ob sie überhaupt richtig sind. Die Antwort ist ganz klar ja. Es wird kein hochgestochener Vortrag sein, der genaue Kenntnis der Feinheiten der queeren Community voraussetzt. Der Vortag soll in erster Linie informieren und das ist nicht nur für die Queercommunity oder den Klimaaktivismus wichtig, sondern geht alle etwas an.

Quelle: http://fudder.de/was-die-queere-und-klimabewegung-miteinander-verbindet