Fridays for Future Freiburg rufen zum Klimastreik auf

Gemeinsame Presseerklärung von Fridays for Future Freiburg und Klimaaktionsbündnis Freiburg vom 11.09.2019

Am Freitag, den 20. September 2019, wird Fridays for Future mit einem weltweiten Streik eine Aktionswoche für das Klima beginnen.

Es soll die größte Demonstration in der Geschichte Freiburgs werden. Dutzende von Menschen arbeiten in Freiburg und Umgebung seit Wochen daran, dass die nächste Demonstration der Fridays for Future von einem möglichst großen Teils Freiburgs getragen wird.

Unter dem Namen „Klimaaktionsbündnis“ unterstützen über 400 Organisationen, Verbände, Vereine etc aus Freiburg und Umgebung die Fridays for Future in Freiburg und rufen mit

Ihnen gemeinsam auf, an der Demonstration am 20. September und an den Veranstaltungen der folgenden Klimaaktionswoche teilzunehmen.

Am 20. September 2019 erwarten wir um 10 Uhr auf dem Platz der Alten Synagoge mehr als 20.000 Menschen. Wir wollen ein Zeichen setzen: Freiburg unterstützt die Forderungen der Fridays for Future und geht gemeinsam mit Ihnen auf die Straße.

SCHLIESST EUCH UNS AN!

Erstmals sind nicht nur Schüler*innen, Azubis und Studierende aufgerufen, sondern wir alle. Schließt euch uns an!

Geht an diesem Tag mit euren Nachbarn, Kolleg*innen, Freund*innen und Familien auf die Straße, damit unsere Stimmen gehört werden und dies ein Wendepunkt in der Geschichte wird. Jede und jeder kann und muss mithelfen. Gemeinsam bekennen wir Farbe und wagen uns heraus aus der Komfortzone – für unser Klima.

AUS GUTEM GRUND

Wir bewegen uns immer schneller auf die größte menschengemachte Katastrophe aller Zeiten zu. Das Artensterben hat bereits unfassbare Ausmaße angenommen, während der Klimawandel in immer schnelleren Schritten voranschreitet. Die Warnungen der Wissenschaft wurden ignoriert, gesellschaftlich wurde im großen Stil versagt und viele Politiker*innen handeln egoistisch und von der Wirtschaftslobby getrieben. Es ist ein Armutszeugnis für unsere so wohlhabende Gesellschaft, dass wir als junge Generation euch Erwachsenen zum Handeln drängen müssen, bevor es zu spät ist. Die Zeit der Tatenlosigkeit, des Abwartens und des Nicht-Handelns ist hiermit vorbei!

UNSERE FORDERUNGEN

Wir gehen am 20. September gemeinsam auf die Straße, um der Bundesregierung und der Stadt Freiburg klar zu machen, was ihre Aufgabe ist.

Wir fordern bundesweit:
  • Nettonull* bis zum Jahr 2035,
  • der Kohleausstieg bis 2030 und eine hundertprozentige erneuerbare Energieversorgung bis 2035.
  • ​Bis Ende 2019: Das Ende der Subventionen für fossile Energieträger, das Abschalten von 1/4 der Kohlekraft und eine Steuer auf alle Treibhausgasemissionen.
  • Der Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen muss schnell so hoch werden wie die Kosten, die dadurch uns und zukünftigen Generationen entstehen. Laut Umweltbundesamt sind das 180€ pro Tonne CO2.
Unsere Forderungen für Freiburg:

Für uns ist klar, dass Freiburg als selbsternannte “Green City” und “Ökohauptstadt” eine Vorbildfunktion für Deutschland und die ganze Welt hat und jetzt in dieser aktiv werden und vorangehen muss. Die Stadt Freiburg hat sich bislang in keiner Weise auch nur in Ansätzen erkennbar auf Forderungen der Fridays for Future positiv bezogen. Wir tolerieren das nicht länger! So fordern wir erneut:

  • ​Nettonull bis 2030,
  • 100% erneuerbare Energieversorgung bis 2030,
  • drastische Reduzierung des innerstädtischen motorisierten Verkehrs durch die schnelle Einführung einer City-Maut, den starken Ausbau umweltfreundlicher Mobilität, wie ÖPNV und Radverkehr, und ticketfreien Nahverkehr bis 2025,
  • starke Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt und der Natur als Lebensgrundlage von Mensch-, Tier- und Pflanzenwelt,
  • sofortigeErklärungdesKlimanotstandsdurchdenGemeinderatundeinedaran gebundene konkrete Absichtserklärung die genannten Forderungen umzusetzen.

Der erste Grundsatz beim Klimaschutz muss die Klimagerechtigkeit sein: Durch Maßnahmen dürfen keine sozialen und ökologischen Probleme an anderen Orten der Welt entstehen oder verstärkt werden! Zweitens muss jede Maßnahme zum Klimaschutz sozialverträglich gestaltet werden. Klimaschutz darf nicht eine Frage des Geldbeutels sein und darf nicht auf den Rücken von Geringverdienenden ausgetragen werden. Aufgrund des Versagens der Klimaschutzpolitik der letzten Jahrzehnte halten wir es drittens für essentiell, dass Kinder, Jugendliche und junge Menschen bei der Umsetzung unserer Forderungen beteiligt werden und maßgeblich mitbestimmen können!

Leider reichen die bisherigen Maßnahmen der Stadt Freiburg bei weitem nicht aus und sind auch aus Sicht der Gutachter*innen des Klimaschutzkonzepts für Freiburg 2019 zu wenig ambitioniert. Die Klimakatastrophe lässt sich nur durch radikale, sofortige Maßnahmen verhindern.

UNSERE STELLUNGNAHME

Wir werden die Reaktionen der Bundesregierung („Klimakabinettsbeschlüsse“ am 20. September) und hoffentlich eine erste Stellungnahme der Stadt zu unseren Forderungen überprüfen und auf einer öffentlichen Veranstaltung im Rahmen der Klimaaktionswoche voraussichtlich am 25. September vorstellen und bewerten.

ABLAUF UND RAHMENPROGRAMM

Die Demonstration am 20. September wird von einer Vielzahl von Veranstaltungen im Vorfeld und danach begleitet.

Detaillierte Informationen zum Ablauf und zu den Veranstaltungen der Klimaaktionswoche werden wir in der Woche vor dem Generalstreik mitteilen. Einen guten Überblick bietet ab sofort allzeit unsere Website klimaaktionsbuendnis-freiburg.de

Freiburg, den 11. September 2019

Glossar:
Nettonull: ​Es wird nur die Menge Treibhausgase ausgestoßen, die durch natürliche Prozesse (z. B. Wachstum von Pflanzen) wieder aufgenommen wird.

Anhang:

Forderungen FFF Freiburg
Forderungen FFF Kurzform
Forderungen FFF Deutschland
Pressetext Fridays for Future Freiburg
Pressetext Klimaaktionsbündnis
Alphabetische Liste der derzeit mehr als 400​ ​Unterstützer*Innen des Klimaaktionsbündnisses

Kontakt:

Fridays for Future Freiburg
https://freiburgforfuture.de

Klimaaktionsbündnis Freiburg
www.klimaaktionsbuendnis-freiburg.de