Di, 5.6.2018 – 20:00 Uhr – Lesung mit Garrard Conley: Boy Erased

Ein packendes Erinnerungsbuch über Liebe und Verlust, Glaube und Täuschung – und die brutale Gewalt, der jemand ausgesetzt wird, der von Anfang an anders ist: Garrard Conleys Memoiren „Boy Erased“ wurde gerade mit Nicole Kidman, Russell Crowe und Lucas Hedges in den Hauptrollen von Hollywood verfilmt, das im Herbst in die Kinos kommende Drama gilt bereits als Oscar-Favorit. Sein Buch über das Aufwachsen als junger schwuler Mann im streng religiösen „Bible Belt“ der amerikanischen Südstaaten und die entsetzliche Konfrontation mit der Konversionstherapie, die Lagerinsassen in höllischen „Ex-Gay“-Camps zu vorbildlichen Heterosexuellen umformen soll, stellt Garrard Conley als Gast des Carl-Schurz-Hauses am Dienstag, 05. Juni um 20 Uhr im Artjamming, Günterstalstraße 41 vor. Es moderiert René Freudenthal vom Deutsch-Amerikanischen Institut. Lesung auf Deutsch und Englisch, Gespräch ohne Übersetzung auf Englisch. Eintritt 8€ / 7€ (Studierende) / 5€ (CSH-Mitglieder). Freies Bildmaterial zum Download hier. Der Autor steht für Interviews während seines Aufenthalt in Freiburg zur Verfügung.

Als Sohn eines extrem gläubigen Gebrauchtwagenhändlers, der sich im erzkonservativen Arkansas zum Pfarrer einer fundamentalistischen Baptisten-Gemeinde weihen lässt, wächst Garrard Conley im kargen Cherokee Village auf. Als ein Mitschüler ihn 2004 vor seinen Eltern als schwul outet, gibt es für Conley nur noch zwei Möglichkeiten: Entweder der Jugendliche, den das Geheimnis über sein wahres Ich seit Jahren quält, verlässt seine Familie für immer und verliert alles. Oder er unterzieht sich der radikalen Konversionstherapie, die in sogenannten Ex-Gay-Camps von der kontroversen christlichen Organisation Love In Action veranstaltet wird. Doch der Aufenthalt dort, der Conley mit abstrusen, manipulativen Methoden in einen vermeintlich naturgegebenen Zustand der Heterosexualität führen soll, wird zum Hölleintrip. Das Lagerleben, mit dem die Persönlichkeit der Heranwachsenden komplett umgepolt werden soll, bringt den sensiblen, belesenen und kreativen Jungen stattdessen an Rand des Selbstmords. Der inzwischen in New York lebende Autor und Aktivist, der auch schon für Time, Vice und Buzzfeed schrieb, erzählt hellsichtig und voll psychologischem Scharfsinn davon, wie man es überlebt, im Bible Belt als Inbegriff eines göttlich verdammten Sünders zu gelten. Wie es ist, wenn die eigene Identität ausgelöscht werden soll. Und wie man danach weitermacht und ein neues Leben findet.

Termin: Dienstag, 05. Juni 2018
Uhrzeit: 20 Uhr
Ort: Artjamming, Günterstalstraße 41
Sprache: Deutsch und Englisch
Eintritt: 8€ / 7€ (Studierende) / 5€ (CSH-Mitglieder)
Reservierung: programm@carl-schurz-haus.de
Informationen: Tel. 0761 / 55 65 27 0, http://www.carl-schurz-haus.de oder http://www.facebook.com/carlschurzhaus