BZ: CSD-Freiburg: Wo bleibt der gute Wille?

Stress um den Freiburger CSD: Die Kommunikation zwischen Veranstaltern und Ordnungsamt könnte besser laufen, genügend Zeit für eine akzeptable Lösung wäre gewesen. Wo bleibt der gute Wille?

Über ein halbes Jahr musste zwischen Anmeldung des CSD und einem ersten Treffen mit dem Ordnungsamt vergehen – ohne ersichtlichen Grund. Es hätte genügend Zeit gegeben, eine beidseitig akzeptable Lösung für den diesjährigen CSD zu finden. Stattdessen werden jetzt unter Zeitdruck Pläne geschmiedet, die den Veranstaltern gar nicht passen können. Es wirkt leichtfertig, dass ihnen im Mai die gewünschte Streckenführung erst zugesichert – und vier Tage später wieder als fehlerhaft bezeichnet zurückgezogen wurde. Das muss eine Community vor den Kopf stoßen, die sich ohnehin häufig ausgegrenzt fühlt. Der Umzug im vergangenen Jahr mit seinen unschönen Begleiterscheinungen und die gegenseitigen Schuldzuweisung im Nachgang sind ein Beleg für die schwierige Kommunikation. Spätestens da hätte klar sein müssen, dass es einer klaren Absprache bedarf. Die Stadtverwaltung lässt hier guten Willen vermissen. Die Regenbogenflagge am Rathaus in den Wind zu hängen – am Tag des Umzugs und am offiziellen Christopher-Street-Gedenktag am 28. Juni – reicht nicht. Es ist kein gutes Zeichen, dass der Umzug am Zentrum vorbeigeführt werden soll. Auf dem Schlossbergring zwischen Steinmauer und Häuserfront kann die Community nicht wirklich auf ihre politisch wichtigen Anliegen aufmerksam machen. In vielen Städten im Ländle finden seit Jahren respektable CSD-Umzüge statt. Die Freiburger Verwaltung hingegen verpasst es, ihrem oft und gern betonten Ruf als tolerante, weltoffene und bunte Stadt gerecht zu werden.

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/muenstereck-7/csd-freiburg-wo-bleibt-der-gute-wille–153406404.html