Der Sonntag: „Wir machen ordentlich Dampf“ – 4000 Teilnehmer beim CHRISTOPHER STREET DAY

Unter dem Motto „Mein Herz schlägt gegen rechts“ demonstrierten gestern 3000 Leute beim Christopher Street Day (CSD) gegen Intoleranz und für Akzeptanz und Vielfalt.

Regenbogenfahnen, Seifenblasen und überhaupt alles möglichst bunt: Mit schrillen Farben und lauter Musik zeigten die Teilnehmer der Freiburger Gay-Pride-Parade, dass sie mit der steigenden Rechts-Gesinnung in Deutschland und Europa nicht einverstanden sind.

Der Zug startete dieses Jahr pünktlich um 15 Uhr am Freiburger Konzerthaus. Über die Bismarckallee am Hauptbahnhof vorbei und über den Friedrichsring bewegten sich 14 Festwagen und rund 21 Kleingruppen wie Schwusos (SPD), Piratenpartei oder die Studierendenvereinigung Asta zum Siegesdenkmal. Vor dem Erzbischöflichen Ordinariat in der Herrenstraße, das traditionell aus Protest gegen die homofeindliche Haltung der Kirche aufgesucht wird, gab es diesmal kein Protestküssen wie vergangenes Jahr, dafür aber eine Schweigeminute, gefolgt von einer Schreiminute. „Wir machen ordentlich Dampf “, sagte Esther Hauth, die zweite Vorsitzende des CSD-Vereins in Freiburg. „Küssen darf man aber trotzdem immer und überall“, schob sie nach.

Durch das Schwabentor ging es über Wallstraße, Holzmarkt und Kaiser-Josef-Straße zurück zum Siegesdenkmal, den Friedrichring wieder runter, durch die Bahnunterführung in die Eschholzstraße und zum Stühlinger Kirchplatz. Dort fand die insgesamt fünf Kilometer lange Party- Meile wie schon im Vorjahr schließlich ihr Ende.

Dass die Strecke gut einen Kilometer kürzer war, sei bewusst gewählt worden, so Hauth. Auch das diesjährige Motto habe sich den Veranstaltern geradezu aufgedrängt: „Einmal wegen dem positiven Wahlergebnis für die AfD bei den Landtagswahlen“, so Hauth, „zum anderen, weil es innerhalb der Homosexuellen- und Transgenderszene selbst rechte Tendenzen gibt“, so kurios dasauchklinge.

Die Veranstaltungen zum diesjährigen Rahmenprogramm rund um die Parade seien bisher nicht so gut besucht gewesen, sagte Hauth: „Vermutlich wegen des Wetters und der Europameisterschaft.“ Das sah gestern dann ganz anders aus: Die Zahl der Besucher näherte sich im Laufe des Nachmittags der Marke von 3000, die auch schon im vergangenen Jahr erreicht worden war. Den Ausklang fand die Veranstaltung gestern im Crash, dem White Rabbit und der Mensabar. Nach einer Kundgebung auf dem Stühlinger Kirchplatz gibt es heute ab 19.45 Uhr eine After Show Party im Café Ruef.

RALF STRITTMATTER

Quelle: www.der-sonntag.de

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